Brief der internationalen Diabetes Föderation, Sektion Europa, an Bundeskanzlerin Merkel:
Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) und ihr Arbeitsausschuss "Insulin, Teststreifen sowie anderes Zubehör für Menschen mit Diabetes" möchte hiermit sein Hauptanliegen/Hauptsorge, bezüglich des möglichen Wegfalls der Vergütung von kurzwirksamen Insulinanaloga für Menschen, die an einem Typ-1 Diabetes in Deutschland erkrankt sind, zum Ausdruck bringen.
Dies würde bedeuten, dass viele Menschen von dieser Therapieform ausgeschlossen wären.
Bei der entsprechenden gezielten Verabschiedung der Resolutionen und Erklärungen bezüglich des Diabetes mellitus im Jahre 2006, haben sowohl die Vereinten Nationen (Resolution 61/225) als auch das Europäische Parlament (Dekl. Nr. 01/2006) die enorme weltweite Herausforderung im Gesundheitswesen, aufgrund der erschütternden Zunahme der an Diabetes mellitus erkrankten Menschen und den damit verbundenen Komplikationen an Herz, Gehirn, äußeren Gliedmassen, Nieren und Augen, erkannt.
Alle Regierungen sind dringend aufgefordert diese dramatische Entwicklung mit aller Kraft und allen Möglichkeiten aufzuhalten, wenn nicht gar zu stoppen.
Ca. 250 Millionen Menschen weltweit leiden derzeit an einem diagnostizierten Diabetes, davon alleine 7 Millionen in Deutschland, von denen ca. 2 Millionen mit Insulin behandelt werden.
Ungeachtet der eher begrenzten Datenlage, sind Insulinanaloga- ohne Frage - ein Hauptbestandteil der gegenwärtigen Diabetestherapie gemeinsam mit älteren Insulinsorten, Insulinpens, Pumpensets, Glukosemessgeräte zur Selbstkontrolle sowie strukturierte Schulungen.
In einem kürzlich verfassten "tatement" vertritt die Internationale Diabetes Föderation die Auffassung, dass die Möglichkeit der Therapiewahl und die auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Behandlung, inklusive der Verfügbarkeit und Erhältlichkeit der Insulinanaloga
(unter besonderen spezifischen Handlungsprofilen) wichtig ist und unterstützt werden muss.
Offensichtlich ist, dass bei Wegfall der Erstattungsfähigkeit für kurzwirksame Insulinanaloga, viele Menschen in Deutschland von dieser Therapieoption ausgeschlossen wären. Als Anwalt für die Rechte der Menschen mit Diabetes weltweit, bittet die internationale Diabetes Föderation die deutsche Regierung dringend alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um diese Behandlungsoption für Millionen von betroffenen Menschen mit Diabetes mellitus in Deutschland zu erhalten.
Professor Martin Silink
Präsident der internationalen Diabetes Föderation
Prof. Larry Deep
Präsidium
IDF
Arbeitsausschuss Insulin……
(Übersetzuung J. Bürger-Büsing)
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