Reflexionen über das Osterseminar 2007

Wieder eine erfolgreiche Woche in Kaiserslautern

Fußball, Dinos und Pumpen -

Ob es das wohl war, was sich die Kinder vorgestellt hatten, als sie mit ihrer Mutter oder ihrem Vater (oder beiden) zur diesjährigen Schulung des Bundes diabetischer Kinder & Jugendlicher in der Vor-Osterwoche nach Kaiserslautern fuhren? Es wurde eine Woche voller Spaß und Wissen, die wie im Fluge verging.

Am 31.3. startete das Osterseminar, wieder gut vorbereitet von Jutta Bürger-Büsing und ihrem Team. Im Laufe des Tages trudelten alle 12 Kinder mit ihren Angehörigen ein und wurden erst einmal auf die Zimmer verteilt. Dann folgte das ausführliche Arztgespräch mit dem Kinderarzt und Diabetologen, Dr. Semik Khodaverdi, der auch an den folgenden Tagen die Schulung der Erwachsenen übernahm.

Nur äußerlich war der Tag streng eingeteilt, vom Aufstehen und gemeinsamen Messen und Spritzen übers Frühstück um 8 Uhr, dier ersten Schulung um 9 Uhr und das zweiten Frühstück um 10.30 Uhr, zur zweiten Schulung bis zum Mittagessen um 13 Uhr. Dann ging es weiter mit der 3. und 4. Schulung für die Erwachsenen, während die Kinder voller Begeisterung und bei durchgehend gutem Wetter das Gelände und die Umgebung erkundeten. Sie wurden von der Medizinstudentin Katrin Busch und der Krankenschwester Jutta Katgely hervorragend betreut. Für die tägliche einstündige Schulung wurden sie nach Alter in zwei Gruppen eingeteilt.

Nur wer selbst ein zuckerkrankes Kind hat, kann sich vorstellen, wie entspannend es für die Eltern ist, einmal eine Woche lang nicht voll verantwortlich zu sein für die Blutzuckerwerte des Kindes. Mit viel Geduld übernahm Dr. Khodaverdi die medizinische Betreuung der Kinder, die sich nicht nur voller Zutrauen an ihn wenden konnten, sondern auch noch viel Spaß mit ihm hatten, besonders beim gemeinsamen Fußballspielen. Die Altersspanne von 7 bis 13 ½ Jahren machte die Gruppe nur umso dynamischer. Die meisten Kinder konnten sich bereits selber messen und spritzen. Aber über Insuline, Ernährung, Über- und Unterzuckerungen lernten sie noch viel dazu.

Spannend wurde es, als ein Pharmavertreter seine Insulinpumpen vorstellte. Drei Kinder und eine Mutter ließen es sich nicht nehmen, für zwei Tage selbst mal eine Pumpe zu tragen, richtig Tag und Nacht und mit gelegter Kanüle. Überraschend, wie gut man sich damit bewegen kann und wie wenig die Pumpe stört. Die Entscheidung, ob das Kind eine Pumpe bekommen sollte, hängt natürlich von vielen weiteren Faktoren ab, sollte intensiv mit dem eigenen Diabetologen abgestimmt werden und liegt letztlich bei jedem Einzelnen.

Während die Eltern ein volles Tagesprogramm mit Schulungen hatten (und nur manchmal in Richtung Wald zu einem Spaziergang eilten), hatten die Kinder vor allem viel Spaß und lernten eher spielerisch. Die Abenteuerplatz wurde zweimal besucht, ebenso das Waldklassenzimmer und der Barfußpfad. Auch die Stadt Kaiserslautern lockte einmal mit ihrer Gartenschau und dem Dinopark. Am Abend gab es dann nicht nur einmal eine Nachtwanderung mit Taschenlampen und Gruselgeschichten, sondern auch noch am Freitag eine Abschlussvorführung der Kinder (mit Tanzeinlagen).

So wurde die Woche nicht nur lehrreich, sondern auch noch ausgesprochen lustig. Die Stimmung untereinander konnte entspannter nicht sein, die Erwachsenen saßen abends noch lange bei einem Glas Rotwein (oder zwei) zusammen und tauschten Erfahrungen aus, von Diabetes und Schule übers Pumpentragen bis zu Ernährungstipps. Der Beitrag einer deutsch-spanischen Familie gipfelte in einem gemeinsamen Paella-Essen am Abend.

Bedanken wollen wir uns – im Namen aller Kinder und Eltern – bei Dr. Semik Khodaverdi sowie Jutta Bürger-Büsing und ihrem Team des Diabetes-Zentrums, die zum großen Teil ehrenamtlich und mit viel Engagement und Liebe diese Woche zu einem vollen Erfolg werden ließen. Wir kommen wieder!


Onlineanmeldung zum Osterseminar 2010